Wenn Schnarchen den Schlaf tötet

 

von Dirk Richerdt

Seit 1997 betreibt das Krankenhaus St. Kamillus (Kliniken Maria Hilf) sechs Schlaflaborplätze. Hier wird Patienten geholfen, die zum Beispiel an Schlafapnoe leiden, also an nächtlichem Atemstillstand im Verbund mit Schnarchen.

Neuer Chefarzt in St. Kamillus

Unter anderem diesem Bereich, der jüngst zum Schlaf- und Beatmungsstützpunkt mit Beratungszentrum erweitert worden ist, widmet sich das Augenmerk des neuen Chefarztes der Medizinischen Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Privat-Dozent Dr. Andreas Meyer. Der 50-jährige Mediziner ist seit sieben Monaten in St. Kamillus tätig. „Wir untersuchen und behandeln Schlafstörungen, die mit Atemstörungen zusammenhängen”, erklärt er. Patienten werden schlafend mittels entsprechender Geräte beobachtet.

Schlafbezogene Atemstörungen seien bei zwei bis vier Prozent der Bevölkerung anzutreffen, so der Chefarzt. Dabei wird der Schlafende immer wieder nachts aufgeweckt, ohne dass ihm dies bewusst wird. Auswirkung: „Der Betroffene erwacht morgens unausgeschlafen und fühlt sich wie zerschlagen, er lebt ständig in der Gefahr, spontan in allen möglichen Situationen tagsüber einzuschlafen; auch der berüchtigte Sekundenschlaf am Lenkrad gehört dazu”, erklärt Dr. Meyer. Zur Haupt-Risikogruppe gehören vor allem übergewichtige Männer. Dass gerade am Wochenende die Laborbetten in St. Kamillus besonders ausgelastet sind, hängt damit zusammen, dass eine wichtige Patientengruppe nur dann zur Diagnose bzw. Therapie erscheinen kann. Denn Berufskraftfahrer, die an „obstruktiver Schlafapnoe”, also an zeitweiligem Atemstillstand durch Verschluss der oberen Atemwege aufgrund von erschlaffter Rachenmuskulatur leiden, sind verpflichtet, sich einer Therapie zu unterziehen. „Es sind Leute, die ohne Behandlung ihren Beruf nicht mehr ausüben dürften”, betont Meyer. Und Kollege Dr. Wolfgang Wirtz, Leiter des Schlaflabors, ergänzt: „In Deutschland werden die Folgekosten dieser Erkrankung auf 30 Milliarden Euro geschätzt!”.

Gerät hält sechs bis acht Jahre

Welche Therapie hilft und wie? Der Patient erhält eine Beatmungsmaske, die er nachts tragen muss. Ein Gerät sorgt dafür, dass mit einem genau festgelegten Überdruck die Atemwege offengehalten werden und das Atmen erleichtert wird. „Es handelt sich quasi um eine pneumatische Schienung”, beschreibt Dr. Meyer die Funktion. Das Gerät, es kostet zwischen 1500 und 2700 Euro, bekommt der Patient mit nach Hause. Die Lebensdauer eines nasalen Überdruckgeräts gibt Dr. Wirtz mit sechs bis acht Jahren an.

Das St. Kamillus Krankenhaus in Dahl wird für seinen Schlaf- und Beatmungsstützpunkt von der ortsansässigen Firma KMT (Kohlen Medizin-Technik) unterstützt.

(Quelle: Rheinische Post)

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